Ein neues Domizil 1998




Am alten Ort in der Cantianstraße in Prenzlauer Berg ein Neubau der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde. Und darin ein Mehrzweckraum, der jetzt wieder für den Sonntags-Kontakttreff zur Verfügung steht. Am letzten Sonntag jeden zweiten Monats kommen hier MS-Betroffene aus verschiedenen Berliner Bezirken zusammen. Zu den beliebten Zusammenkünften kommen auch Freunde und Verwandte von Betroffenen.

1996 musste der vertraute Raum aufgegeben werden, da der alte Flachbau, in dem er sich befand, abgerissen wurde, um Platz für einen Neubau zu machen.

Zwei Ausweichquartiere stellten nacheinander einen Raum zur Verfügung als vorübergehende Heimstätte der Sonntagstreffen. Dort wurde dann erzählt, Neuigkeiten ausgetauscht, gegessen und getrunken. Die „Seele vont Janze” wie immer: Frau Friedel Rosenthal. Mit ihren Helferinnen aus der Gemeinde sorgte sie auch in den nur vorübergehend genutzten Räumen unermüdlich für alles, was zu einem gemütlichen Nachmittag gehört. Angefangen bei Tischdekorationen über die von Gemeindemitgliedern gebackenen leckeren Torten bis zu den kleinen Überraschungen an jedem Platz.

Zwei Jahre Bauzeit vergingen, bis ein neues Gemeindezentrum mit betreutem Wohnen in den oberen Etagen fertig gestellt war und im November 1998 dann eingezogen wurde. Die Zeit der Provisorien war vorbei.

Der Kontakttreff kann wieder in einem der neuen Räume des Gemeindezentrums zusammenkommen, welches rollstuhlgerecht ausgestattet ist. Es brauchen, wie früher, keine Rampen mehr ausgelegt zu werden und jeder kann das Rolli-WC aufsuchen. Viele Annehmlichkeiten eines modernen Baues sind vorhanden.

Aber noch ist alles neu, ungewohnt, zum Teil noch unvollkommen und mit kleinen Macken versehen. Die Zusammenarbeit zwischen Architekten, Bauherrn und behinderten Nutzern klappte halt nicht immer. Schön sind die Räume samt Ausstattung trotzdem, so dass die erste Zusammenkunft im neuen Domizil des Sonntags-Kontakttreffs für alle Teilnehmer wieder sehr harmonisch verlief.

Na, ist jemand neugierig geworden? Alle sind herzlich eingeladen, in Zukunft auch dabei zu sein.

Im März 1999: Inzwischen sind die meisten Unvollkommenheiten beseitigt worden. Auch der Servierwagen quietscht nicht mehr jämmerlich, wenn er zum Fahrstuhl gebracht und ins Untergeschoss in die Küche gefahren wird.


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