Startversuch 1992




Eine Mitbetroffene aus dem Wohngebiet gab mir den Tipp, das es im Landesverband der DMSG Gruppensprecher-Treffen gibt. So konnte ich gleich im ersten jahr der Gruppengründung Kontakt aufnehmen zu anderen, die schon mehr Erfahrung in der Gruppenarbeit hatten.

Wenn wir in den ersten Monaten manchmal nur zu zweit donnerstags in der Cantianstrasse sassen, half Regina Stolze und mir der Austausch mit den anderen Gruppensprechern sehr, nicht die Segel zu streichen und hoffnungsvoll weiter zu machen. Wir versuchten zaghaft, in die Öffentlichkeit zu gehen, und verteilten Informationsblätter für unsere Veranstaltungen. Wir besuchten alle niedergelassenen Neurologen, alle im Bezirk selbständig arbeitenden Physiotherapeuten, ließen unsere Infoblätter in Apotheken aushängen und informierten die zuständigen Krankenhäuser über unsere Existenz. Uns ging es schließlich, wie es einem guten Handwerksbetrieb geht, die meisten kamen auf Empfehlung der Gruppenmitglieder, die sich bei uns wohl fühlten.

Da fallen mir die Namen derer ein, die wir gern noch bei uns hätten. Ruth, Wolfgang, Uschi, Eva, Kurt und Petra sind viele Jahre bei uns gewesen, bis durch den Tod die schöne Gemeinschaft mit uns enden musste. Prägende Erinnerungen sind uns geblieben.

Ich denke an manche Menschen, die unsere Gruppe nur kurze Zeit bereicherten, dann aber ohne Ankündigung wegblieben. Andere machten es uns leicht, ihr Nicht-wieder-Kommen zu begreifen, weil sie klar und deutlich sagten, dass eine Selbsthilfegruppe für sie nicht in Frage kommt.

Bei allem Wechsel hat sich im Laufe der Jahre ein fester Kern heraus gebildet, auf den Verlass ist. Nur so können wir die so wichtige Informationsarbeit in der Offentlichkeit leisten und unsere Gruppen offen halten für andere Betroffene.


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