Im Januar 1992 habe ich eine neue Tätigkeit begonnen. Zur Unterstützung sollte mir eine Sekretärin zur Seite stehen. So war ich zu diesem Zeitpunkt gehalten, mich nach einem Menschen umzusehen, mit dem ich ganz eng und vertraut zusammen arbeiten möchte. Es sollte jemand sein, der die Bereitschaft hat, wenn nötig, Kritik zu üben, und den Mut hat, Korrektur anzumahnen.

Das Verhältnis zwischen Chef und Sekretärin ist schon ein Besonderes. Neben den fachlichen Voraussetzungen muss persönliche Zuneigung vorhanden sein. Ich hatte meine Frau P. gefunden. Ihr erster Arbeitstag war auf den 1. Juni 1992 datiert.

Kurz vor ihrem ersten Arbeitstag erhielt ich die Information, dass damit nichts wird. Stattdessen musste ich zur Kenntnis nehmen, dass sich Frau P. mit einer unklaren Diagnose ins Krankenhaus begeben muss.

Nun begann eine lange Zeit des Wartens, der Unruhe und Ungeduld. Im Ergebnis des Krankenhausaufenthaltes wurde bei Frau P. Multiple Sklerose diagnostiziert.

Das war für uns alle, besonders für sie selbst und ihre Familie, ein Schock. Nach der Behandlung des akuten Schubes konnte sie dann aber ihre Arbeit als Sekretärin bei mir aufnehmen.

In dieser Zeit war ich sehr froh, dass es bereits den MS-Kontakttreff gab. Damit war mir die Gelegenheit gegeben, mich selbst mit dem Krankheitsbild auseinander zu setzen. Ich war froh über die geeignete empfohlene Literatur und den Austausch mit den Betroffenen.

Ganz besonders hat mir die Zeitschrift BiB gefallen, zumal ich sie gleich an meine Sekretärin weitergeben konnte. Damit habe ich ein gutes Rüstzeug bekommen. Es fällt mir jetzt leichter, zu erkennen, wenn die Krankheit Tribut fordert und die Arbeit schwer fällt. So kann ich mich darauf einstellen und wir können gemeinsam die „guten” und „schlechten” Tage „meistern”. Auch für längere Ausfallzeiten konnten wir eine Lösung finden.

So freue ich mich, nun nach einiger Zeit der sporadischen Mitarbeit jetzt regelmäßig zu den Sonntags-Treffs dabei sein zu können. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Besuchern des MS-Kontakttreffs bedanken, dass ich ein Stück an ihrem Leben teil haben kann.



Anmerkung von Friedel:

Dass Gabi J. unseren Helferkreis bereichert, tut uns gut. Mit gutem Rat und flinken Händen ist sie zur Stelle überall da, wo sie gebraucht wird.


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