Rollstuhlfahrer-Training



Als Angehörige der Selbsthilfegruppe Prenzlauer Berg hatte ich gehört, dass am Sonnabend, dem 24. Mai und am Sonntag, dem 25. Mai 1997 ein von der DMSG initiiertes Rohstuhlfahrer-Training für interessierte Betroffene durchgeführt wird. Ich erhielt die Genehmigung, teilnehmen zu können, und war sehr froh darüber.

Die Physiotherapeutin, Frau N., begrüßte uns in der Turnhalle der 1. Grundschule in Berlin-Köpenick. Wir, das waren zehn Betroffene aus ganz Berlin, lernten, wie man richtig und besser mit dem Rollstuhl (kein E-Rolli) umgehen und was man alles bewältigen kann. Mit Musik und Spielen, bei bester Stimmung, gingen die drei Stunden am Sonnabend schnell vorbei.

Am Sonntag trafen wir uns wieder, und bei gutem Wetter konnten wir auch auf dem Schulhof fast sportliche Aktivitäten erlernen. Frau Nickel zeigte auch mir, wieviel Freude Rollstuhltanz bereiten kann, so dass ich mich entschlossen habe, wenn es mein Gesundheitszustand zulässt, so ein Training zu besuchen. Informationsmaterial hat uns die Infostelle der Einrichtung "Sport behinderter Menschen“ bereits zugesandt. Als wir uns dann am Sonntag verabschiedeten, waren wir alle der Meinung, es waren nützliche und aufbauende Stunden, die wir miteinander verlebten.



Anmerkungen von Friedel:


Diesen Erlebnisbericht von Eva S. las ich gerade. Erst gestern haben wir Eva wieder in unserem Gruppentreff vermisst. Sie ist ganz schnell und ohne dass wir es vorher ahnten im April 2002 aus unserer Mitte gegangen. Der Tod überraschte sie zu Hause ganz plötzlich.

Eva war eine echte Bereicherung für uns alle. Sie war fröhlich und aktiv, hat ständig Eisen im Feuer gehabt, obwohl der Körper ihr zunehmend den Dienst versagte. Aber Dank vieler treuer Helfer und auch ermöglicht durch den Telebus, konnte sie bis zuletzt an unseren Veranstaltungen teilnehmen und hat selbst immer wieder mit Begleitung Ausflüge gemacht. In ihren E-Rolli, auf den sie stolz war konnte sie sich nicht mehr umsetzen, dazu reichte die Kraft schon lange nicht mehr. Eva hat immer versucht, mit den noch verbliebenen Möglichkeiten bei zunehmender Behinderung das Beste aus allen Tagen zu machen und ließ uns oft an ihrer Freude Anteil nehmen, wenn sie berichtete. Sie liebte „ihre” Gruppe. Eva bleibt uns in lieber Erinnerung.


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