Manchmal in der Nacht liege ich lange wach und kann nicht schlafen, drehe das Licht aus und verliere mich in Gedanken.

Und dann ist Montagmorgen — und alles ist drin. Die gute Laune vom Wochenende, dass sind nur noch ein paar gute Erfahrungen. Alles weit weg! Spätestens zur ersten Pause frage ich mich, wie ich diesen Tag halbwegs ordentlich überleben kann.

Wenn Entsetzen, Traurigkeit und Bedrückung unüberwindlich erscheinen, habe ich Trost und Freundschaft in einer Selbsthilfegruppe für Gleichbetroffene gefunden. Sie dient mir und anderen als Kompass, und gibt Hoffnung und unerschütterliches Vertrauen in die Zukunft. Wenn ich den Begriff Zukunft für mein Leben gebrauche, meine ich damit einen noch für mich zeitlich überschaubaren Rahmen. Und da gibt es viele Fragezeichen. Was passiert morgen? Und wie überstehe ich die nächste Woche? Obwohl die Krankheit jeden Tag meine Kräfte aufzehrt, gebe ich nicht auf.

Ich wohne in Berlin unter liebevollen, freundlichen Nachbarn, habe drei entsetzlich süße Kinder, die mich über alles lieben und mich mit meiner Krankheit nehmen und mich so lassen, wie ich bin. Meine Kinder schauen mich offen an und gehen unbeschwert an diese Dinge heran. Sie hecken Streiche aus und stecken mich mit ihrem Lachen an, sie toben lärmend durch die Wohnung und bringen auch mal schlechte Noten nach Hause. Aber der Himmel ist für sie immer blau. Sie geben mir viel Kraft in dieser schweren Zeit und spätestens da weiß ich genau, das richtige Leben und Glück kommt in Millionen kleiner Momente.

Ich möchte die schönen Stunden in der Selbsthilfegruppe nicht mehr missen, die musikalischen Nachmittage, die Gruppenfahrten, die Informationstage und die Begegnungen mit anderen MS-Betroffenen an unseren MS-Ständen zur Öffentlichkeitsarbeit.


Friedel: Und das erzählte mir Monika über unsere Zeitschrift
Betroffene informieren Betroffene


Das BiB lese ich sehr gerne. Mein Sohn sagt: „Was liest du denn da? Das ist doch langweilig.” „Nein, das ist für mich nicht langweilig, es ist für Erwachsene und für Kinder ist auch was dabei” Ich habe ihm darauf die Geschichte mit dem Hund vorgelesen, die war so lustig für mich und auch für ihn.

Später setzte sich mein achtjähriger Daniel an den Computer und schrieb seinen ersten Kurzkrimi, es waren acht Sätze. Wenn jetzt das BiB kommt, ist er schon gespannt auf das, was dort steht und manches muss ich vorlesen.


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