Am Anfang meiner Krankheit war eine Selbsthilfegruppe kein Thema. Erst mein Hausarzt riet mir, mich einer solchen anzuschließen, ich hatte aber keine Adresse. Im Jüdischen Krankenhaus fand ich den Hinweis auf eine Gruppe im westlichen Berlin. Ein paar Mal war ich da, auf die Dauer aber war mir der Weg zu weit.

Irgendwie kam ich dann an die Adresse von der Cantianstraße im Prenzlauer Berg. Als ich dorthin wollte, wurde gerade gebaut. Durch den Hausmeister kam ich an die Telefonnummer von Friedel. Als ich anrief, sagte sie mir, dass sie zur Zeit ihre Treffen auch in Pankow haben, da sich die große Gruppe geteilt hatte. Ich war herzlich eingeladen.

Bei der Fahrt dorthin war mir schon etwas mulmig, ich wusste ja nicht, was mich erwartet. Es gab aber gar keinen Grund dazu. Der Empfang war sehr herzlich an einer Kaffeetafel. Es waren 15 Personen anwesend und es herrschte eine angenehme Stimmung. Dadurch legte sich auch bald meine Aufregung. Später erzählte ich meinen Krankheitsverlauf und erfuhr auch einiges über die anderen. Nach zwei Stunden war das Treffen beendet, es waren zwei schöne Stunden. Für mich war es klar, bei dieser Gruppe zu bleiben. Ich gehöre seit Mai 1998 dazu.

Jedem MS-Betroffenen kann ich nur empfehlen, in eine Selbsthilfegruppe zu gehen. Man bekommt viele Informationen, die wahrscheinlich sonst schwer oder gar nicht möglich wären.

Und es tut gut zu wissen, nicht allein zu sein.


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