Ich erinnere mich noch an das erste Treffen, da haben Manfred und Heidi mich mitgebracht. Sylvia, Renate, Edith, Regina, Wolfgang, Friedel und vielleicht noch andere waren da. Der runde Tisch war besetzt. Ganz komisch kam ich mir vor, weil ich sehbehindert bin und keinen Handschlag helfen konnte, weder beim Decken noch beim Abwaschen. Der Weg zur Toilette über den Hof war für mich besonders schwierig. Da musste ein Schlüssel geholt werden und dann ging es Stufen herunter und zurück wieder einige Stufen hinauf.

In der Runde wurde vom ersten Grillen erzählt, beim zweiten war ich dann schon selber dabei. Aber jetzt kannte ich fast keinen. Die anderen wurden mit Vornamen angesprochen und als ich ging, konnte ich mir schon den einen oder anderen Namen merken.

Wir saßen rings um den riesigen runden Tisch und für die ganzen Beinpaare unter dem Tisch war Banni verantwortlich. Da hatte unser „Gruppenhund” das Regiment. Ich kam als Neue dazu und spürte, wie der Hund die ganze Zeit über sich sehr für meine Füße interessierte. Aber nur das erste Mal, dann war ich angenommen und mein Geruch war registriert. Aber anfassen durfte ich ihn nicht, das mochte er nicht. Der Hund war für mich beeindruckend, er gehörte einfach dazu und fast alle von uns mochten ihn gern.

Die Lichterfahrt in der Weihnachtszeit ist mir noch genau in Erinnerung. Das erste Mal und später wiederholt kam meine alte Mutter mit. Nach einer Lichterfahrt sind wir bei Friedel eingekehrt. In ihrer Wohnung erlebte ich zum ersten Mal, wie geräumig so ein Zuhause für Rollibenutzer sein kann.

Ich weiß es noch ganz genau, wie es war, als ich Friedel einmal besuchte. Wir sahen uns das ganze neue Wohngebiet mit kleinem Park an. Friedel fuhr mit dem E-Rolli durchs Gelände und ich hielt mich, im Falt-Rolli sitzend, mit meinem Stock am vorausfahrenden Rollstuhl fest.

Das Gruppenleben kann manchmal anstrengend sein, weil ich meine Gesprächspartner nicht sehe. Das merke ich besonders, wenn Fremde neben mir sitzen. Aber wenn vertraute Menschen um mich sind, komme ich mit ihnen ins Gespräch und fühle mich wohl. Nun bin ich schon viele Jahre in der Gruppe.

Wir haben gemeinsame Ausfahrten gemacht und auch zusammen gegessen, das ist mir in sehr schöner Erinnerung.

Die Beerdigung von Wolfgang hat sich mir sehr eingeprägt — in Birkenwerder auf einem stillen Waldfriedhof. Seine Angehörigen empfand ich an diesem Tag als wohltuende Gastgeber. Sie waren sehr interessiert, welchen Umgang ihr Bruder Wolfgang unter den Gleichbetroffenen hatte.

Wir vermissen ihn bis heute.


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