Als ich 1995 im Krankenhaus war, erhielt ich von einem Patienten die Telefonnummer von Frau R., Mitglied einer Selbsthilfegruppe für MS-Betroffene. Ich brauchte aber noch sehr lange, bis ich mich dann 1996 endlich entschloß, dort einmal anzurufen. Schließlich versucht man ja die Krankheit zu verdrängen und denkt, man braucht niemand zur Hilfe.

Also rief ich an und es meldete sich eine nette Stimme, die mich dann zu sich einlud. Ich fuhr auch hin und landete mitten in einer Frauenfrühstücks-Runde aus dem Gemeindehaus. Dort wurde nämlich gerade gebaut. Um mich herum alles nette Leute, ich fühlte mich sehr wohl und sie hatten nun jemand, der immer in diese Runde kommen wollte.

Zum nächsten Treffen ging ich schon leichter hin, die Selbsthilfegruppe der MS-Betroffenen kam zusammen. Von denen kannte ich schon einige. Wir machten uns nun alle bekannt und jeder erzählte von seinem Lebensweg. Ich fühlte mich nicht mehr allein gelassen, denn es war auch etwas „familiäres” in der Gruppe. Man konnte über alles sprechen, ob Persönliches oder Behördenkram, jeder half jedem weiter, so gut er konnte.

Vergessen sei auch nicht unsere Friedel, die die gute Seele der Gruppe ist. Sie organisiert, macht und tut alles. Damals war noch unser Wolfgang dabei als „Finanzminister” dann starb er eines Tages ganz plötzlich und die Gruppe wuchs noch mehr zusammen. Er organisierte mit Friedel Fahrten und Standarbeit und Ausstellungen. Das Amt des Finanzministers und anderes hat inzwischen unser Edlef übernommen. So gut es jeder kann, wird dann bei der Öffentlichkeitsarbeit mitgeholfen.

Zu Weihnachten wurden Lichterfahrten gemacht, im Sommer ging es ins Grüne. Im letzten Jahr konnte ich sogar dabei sein, mit der Pankower Gruppe zusammen nach Trebel zu fahren, vier Tage. Es hat uns allen sehr gut getan.

Unsere Gruppe wurde von Jahr zu Jahr größer. Sie kamen oder sie blieben für immer weg oder sie sahen und hörten sich alles an,um selbst eine kleine Gruppe zu leiten. Nach der Gründung der Pankower Gruppe waren wir eine kleine Runde in Prenzlauer Berg. Jetzt sind wir zum Teil mit den Pankowern zusammen wie eine kleine Familie, die sich nicht trennen kann.


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