Heidi und Manfred

Es war an einem unfreundlichen Mittwoch im Monat November des Jahres 1993, als ich das erste Mal Kontakt zur MS-Selbsthilfegruppe in der Cantianstraße im Prenzlauer Berg aufnahm. Den Hinweis, dass es MS-Selbsthilfegruppen in Berlin gäbe, bekam ich in der Apotheke in meinem Wohngebiet.




Regina

Nach meiner Diagnose im Mai 1992 wollte ich Kontakt zu anderen Betroffenen aufnehmen. Die Hemmschwelle war groß, aber auch der Wunsch, es zu tun. Der Landesverband der DMSG in der Knesebeckstraße gab mir nach telefonischer Anfrage die Telefonnummer von Friedel. durch.




Freimut Der Mensch ist doch ein Gewohnheitstier

Es wird nun schon 15 Jahre her sein, da wollte ich meine MS noch wie ein Spitzensportler besiegen. Eingeschränkte Mobilität, schwindende Kraft und Ausdauer, einfach gesagt, ein Nachlassen der Allgemeinverfassung zeigen mir heute, eine MS ist nicht zu besiegen.




Marina

Als ich 1995 im Krankenhaus war, erhielt ich von einem Patienten die Telefonnummer von Frau R., Mitglied einer Selbsthilfegruppe für MS-Betroffene. Ich brauchte aber noch sehr lange, bis ich mich dann 1996 endlich entschloß, dort einmal anzurufen. Schließlich versucht man ja die Krankheit zu verdrängen und denkt, man braucht niemand zur Hilfe.




Sylvia

Als ich im März von meiner damaligen Neurologin erfuhr, dass sich in der Cantianstraße 9 eine Selbsthilfegruppe befindet, war ich sehr skeptisch. — Ist es etwas für mich, ja oder nein? Nach langer Uberlegung ging ich das erste Mal dort hin, drückte die Türklinke und entschied mich ganz plötzlich, wieder weg zu gehen.




Edith

1995 kam ich in die Gruppe Prenzlauer Berg und wurde herzlich aufgenommen. Wir waren fünf Gleichbetroffene. Es war schön, dass ich mit meinem Rolli in den Raum fahren konnte.




Gudrun

Ich erinnere mich noch an das erste Treffen, da haben Manfred und Heidi mich mitgebracht. Sylvia, Renate, Edith, Regina, Wolfgang, Friedel und vielleicht noch andere waren da. Der runde Tisch war besetzt. Ganz komisch kam ich mir vor, weil ich sehbehindert bin und keinen Handschlag helfen konnte, weder beim Decken noch beim Abwaschen.




Diethard Für Wolfgang

Dieser Mai ist wieder ein wahres Blütenfeuerwerk. Auf den grünen Inseln in Berlins grauem Häusermeer, in den Stadtparks, längs der Alleen und auch im stillen Hinterhof der Paul-Robeson-Straße im Prenzlauer Berg, wo unser Freund wohnte, brennen die Kastanien ihre weißen Kerzen ab. Jasmin und Robinien duften. Und Wolfgang konnte es nicht mehr erleben.




Edlef

Nach dem plötzlichen Tod unseres Kassenverantwortlichen Wolfgang H. und dem Umzug von Regine nach Neukölln standen wir vor der Frage: wer übernimmt die Kassen der Selbsthilfegruppen Prenzlauer Berg und Pankow. Da keiner diese Aufgabe übernehmen wollte, erklärte ich mich im Jahr 1999 bereit, diese zu übernehmen, bis eine andere Lösung gefunden wird.




Regine

Am Anfang meiner Krankheit war eine Selbsthilfegruppe kein Thema. Erst mein Hausarzt riet mir, mich einer solchen anzuschließen, ich hatte aber keine Adresse. Im Jüdischen Krankenhaus fand ich den Hinweis auf eine Gruppe im westlichen Berlin. Ein paar Mal war ich da, auf die Dauer aber war mir der Weg zu weit.




Veronika So kam ich in die MS-Selbsthilfegruppe Prenzlauer Berg

Der Arzt im Krankenhaus sagt nach 10 Tagen Aufenthalt: „Sie haben MS, das wussten Sie doch!” Ich wusste es nicht und auch nicht, was MS ist. Er sagte mir, dass es Multiple Sklerose heißt. Ich sagte: „Ich weiß, da sitzt man im Rollstuhl.”




Conny Kurzurlaub in Trebel Mai 2002

Neben Tagesausflügen, gelegentlichen gemeinsamen Essen in Pizzerien oder Chinarestaurants, unserem zweimaligen Treffen: einmal in der „Amalie” in Pankow und auch im Gemeindehaus Cantianstraße im Prenzlauer Berg und einem Sonntagstreffen jeden zweiten Monat fahren die MS-Gruppen schon seit einigen Jahren für ein paar Tage nach Trebel / Niedersachsen in das Gästehaus Nemitzer Heide, um sich ein bisschen erholen zu können und vom Alltagstrott Abstand zu gewinnen.




Irina Was mir die Gruppe bedeutet

Wenn ich meine Gruppe nicht hätte, wäre ich wahnsinnig traurig. Es kostet alles soviel Kraft, selbst das Hinkommen zur Gruppe. Wenn ich da bin, bin ich froh, dass ich es geschafft habe und freue mich, alle wieder zu sehen.




Monika

Manchmal in der Nacht liege ich lange wach und kann nicht schlafen, drehe das Licht aus und verliere mich in Gedanken.




Brunhild

Seit es den Kontakttreff für MS-Betroffene in der Cantianstraße gibt, tut es mir gut, darum zu wissen und zu erleben, dass ich Menschen mit gleichen und ähnlichen Problemen finde. Die Möglichkeit, sich als MS-Erkrankter mit ebenfalls Betroffenen zum gemütlichen Beisammensein und Austausch treffen zu können, ist für mich von Anfang an eine Bereicherung.




Eva Rollstuhlfahrer-Training

Als Angehörige der Selbsthilfegruppe Prenzlauer Berg hatte ich gehört, dass am Sonnabend, dem 24. Mai und am Sonntag, dem 25. Mai 1997 ein von der DMSG initiiertes Rohstuhlfahrer-Training für interessierte Betroffene durchgeführt wird. Ich erhielt die Genehmigung, teilnehmen zu können, und war sehr froh darüber.




Carola „...immer wieder sonntags”

so heißt es in einem alten Schlager, ich glaube von Cindy und Bert. Ja, und alle zwei Monate der letzte Sonntag, da ist unser Sonntagstreff, auf den sich ein jeder, der schon mal zum Treff da war, sehr freut.




Kurt

Es waren nur wenige Jahre, in denen Dr. Kurt N. zu uns in die Gruppe kam.




Petra

Wenige Tage vor dem Druck dieser Zeilen kam wieder eine traurige Nachricht für uns. Petra G. als Mitbetroffene war zusätzlich von schwerer Krankheit gezeichnet.




Sigrid 1992-2002

10 Jahre ist es nun schon her, dass wir zusammen überlegten, ob wir es wohl wagen könnten, zu einem Kontakttreff für MS-Betroffene in der Cantianstraße einzuladen.




Gerda

Ich möchte hiermit mal zum Ausdruck bringen, dass es mir doch viel Freude macht, beim MS-Kontakttreff sonntags mitzuarbeiten. So war es auch schon in den vergangenen Jahren. Es ist doch immer eine so gute Gemeinschaft mit vielen Gesprächen untereinander bei Kaffee und selbst gebackenen Kuchen.




Helga 10 Jahre Kontakttreff am Sonntag

Ich weiß nicht genau seit wann ich dabei bin, aber die Zeit ist sehr schnell vergangen.




Christian

Seit einiger Zeit arbeite ich sonntags im MS- Kreis mit. Diese Arbeit bereitet mir viel Freude, wenn ich sehe, dass ich anderen eine Hilfe bin. Ich merke, dass die Dankbarkeit von den Betroffenen zum Ausdruck gebracht wird.




Uschi

Uschi wollte immer noch mal erinnert werden, wenn sie sich mit uns etwas vorgenommen hatte. So rief ich sie zu unserem gemeinsamen Frauenfrühstück oder dem Sonntagstreff stets einen Tag vorher an. Sie freute sich darüber.




Gabriele

Im Januar 1992 habe ich eine neue Tätigkeit begonnen. Zur Unterstützung sollte mir eine Sekretärin zur Seite stehen. So war ich zu diesem Zeitpunkt gehalten, mich nach einem Menschen umzusehen, mit dem ich ganz eng und vertraut zusammen arbeiten möchte. Es sollte jemand sein, der die Bereitschaft hat, wenn nötig, Kritik zu üben, und den Mut hat, Korrektur anzumahnen.




Und so sieht eine Mutter ihre Tochter

Ich bin die Mutter von vier Kindern und vor gut zwei Jahren teilte mir meine Tochter Veronika mit, dass sie die Krankheit MS hat.




Friedel Begegnungen

Zierlich und blass stand sie vor uns. Die großen Augen in dem so jungen Gesicht blickten uns traurig und fragend zugleich an. Es war die letzte Stunde, bevor das große Einkaufszentrum seine Ein- und Ausgänge am Samstagabend schloss. Auch unser dreitägiger Informationsstand — neben zig anderen, sollte bald abgeräumt werden. Die "Gesundheitstage" im Bezirk hatten Kontakte und Gespräche möglich gemacht, die uns beeindruckten.




Friedel Meine Beförderung

Es war wirklich eine gute Empfehlung, die ich vor Jahren bekam: der Hinweis auf einen „ganz netten” Taxifahrer. Heute tut mir mein „Transportunternehmer” mit Limousine manchmal leid, weil er nur mit Mühe all die Dinge im Auto verstauen kann, die ich gern von A nach B transportiert haben möchte. Fast alles nur für die Offentlichkeitsarbeit unserer Gruppen.




Danke, liebe Helfer!

Ein eingespieltes Helferteam begleitet seit 10 Jahren unsere Selbsthilfearbeit. Einige sind seit Beginn des Sonntags-Treffs dabei, andere kamen hinzu und setzten ihre vielfältigen Begabungen ein.